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Tools gegen Kriminalisierung: Praxisnetzwerk

Justice Collective

Collage with flowers, calendar, and watering can

Tools gegen Kriminalisierung: Praxisnetzwerk ist eine Veranstaltungsreihe für Menschen, die praktische Unterstützung für Betroffene von Racial Profiling, Polizeigewalt, Armutsbestrafung oder anderen Formen der Kriminalisierung organisieren oder damit anfangen möchten.

Arbeitet ihr in der sozialen Arbeit und die Menschen, die zu euch kommen, erhalten regelmäßig gelbe Briefe, Ladungen oder Geldstrafen? Kennt ihr Menschen, die immer wieder Probleme mit Polizei und Justiz haben, und wollt das ändern? Organisiert ihr euch gegen Wohnungslosigkeit, Rassismus, Polizeigewalt oder das Abschieberegime und möchtet als Teil eurer politischen Arbeit auch konkrete Unterstützung gegen Strafen organisieren? Oder sucht ihr in eurer Nähe Mitstreiter*innen, Strukturen, Ressourcen oder Gruppen, um aktiv zu werden?

Egal, ob ihr bereits organisiert seid und Betroffene unterstützt oder erste Schritte machen wollt: Wenn ihr euch für eine Welt ohne Massenkriminalisierung, Kontrolle und Strafe engagieren wollt und Wege sucht, Menschen in eurem Umfeld solidarisch zu unterstützen, seid ihr hier genau richtig.

Wir wollen einen Austauschraum schaffen, in dem Erfahrungen, Strategien und Ressourcen geteilt werden können: von selbstorganisierter Beratung bis hin zu Verteidigung und Solidarität im Gericht. Gerade weil es in vielen Städten an solidarischen Unterstützungsstrukturen fehlt, richten sich die Treffen auch an Einzelpersonen, die Lust haben, in ihrem Umfeld Menschen zu begleiten oder sogar eigene Unterstützungsstrukturen aufzubauen. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass Betroffene nicht alleine vor dem Strafsystem stehen.

Justice Collective initiiert dazu drei (online) Veranstaltungen mit kurzen Inputs, um mit euch über verschiedene Strategien und mögliche Allianzen zur Verteidigung, Beratung und Skandalisierung alltäglicher Polizeigewalt und Kriminalisierung zu diskutieren:

#1 Courtwatch aufbauen: Wie schaffen wir Solidarität in jeder Stadt

Gerichtsprozesse sind für Menschen, die nicht selbst betroffen sind, oft unsichtbar – dabei sind sie ein zentraler Ort von Kriminalisierung. Courtwatching heißt: hinschauen, dokumentieren und solidarisch begleiten. Wir teilen unsere Erfahrungen aus verschiedenen Formen der Prozessbeobachtung: als Aktivismus, Recherche, selbstorganisiert oder mit Ressourcen – und geben eine praktische Checkliste für den Start einer eigenen Gruppe mit.

Input: Justice Collective, Courtwatch Berlin

Wann? 21. April, 18:30 (online, Anmeldung via E-Mail)

#2 Know Your Rights: Was tun, vom Polizeikontakt bis zur Strafe?

Was passiert eigentlich vom ersten Polizeikontakt bis zum Urteil – und welche Rechte haben Betroffene? Wir geben eine verständliche Einführung ins Strafsystem, teilen praktische Tipps und stellen konkrete Materialien vor, u. a. zu Strafen und Folgen für den Aufenthalt sowie zu rassistischer Polizeigewalt. Gemeinsam diskutieren wir, wie Wissen über Rechte empowern kann und wie auch Nicht-Jurist*innen Menschen im Umgang mit dem System unterstützen können.

Input: Justice Collective + KOP (angefragt)

Wann? Juni,18:30 (online, Anmeldung via E-Mail)

#3 Verteidigung und Mutual Aid: Allianzen mit Anwält*innen und Beratungsstellen

Wie können wir Menschen im Strafverfahren unterstützen, ohne in reine Einzelfallhilfe abzurutschen? Wir stellen Modelle für solidarische Verteidigung vor und sprechen über die Zusammenarbeit mit Anwält*innen und Beratungsstellen. Im Fokus steht die Frage, wie wir gegenseitige Hilfe politisch denken und organisieren können – und wie realistisch politische Organisierung unter schwierigen Bedingungen ist, in denen Betroffene oft wenig Kapazitäten haben. Austausch mit allen, die Unterstützung nicht als Charity, sondern als kollektive Praxis verstehen.

Input: Justice Collective + Solidarische Verteidiger*innen (angefragt)

Wann? August, 18:30 (online, Anmeldung via E-Mail)

Ihr könnt euch für einzelne Veranstaltungen anmelden oder an der gesamten Reihe teilnehmen. Schreibt uns dafür einfach eine E-Mail an info@justice-collective mit dem Betreff „Tools against Criminalization“.

Gerade in einer Zeit, in der wir eine Verschärfung von Polizeigesetzen, eine Ausweitung von Strafen und die zunehmende Kriminalisierung marginalisierter Gruppen erleben, ist es umso wichtiger, unsere Netzwerke zu stärken und neue Formen solidarischer Unterstützung aufzubauen. Wir wünschen uns, dass über die Reihe hinaus eine langfristige Vernetzung entsteht, auf die wir gemeinsam aufbauen können – um Betroffene konkret zu unterstützen und solidarische Antworten auf diese Entwicklungen zu verbinden.