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Über uns

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„Racism on Trial“ ist ein Projekt von Justice Collective, einer in Berlin ansässigen Gruppe, die sich für eine Welt ohne Bestrafung, Gefängnisse und Polizei einsetzt und sich unter anderem durch Aktivismus, Organisierung und politische Bildung engagiert.

Hintergrund

Wir haben die Kampagne „Racism on Trial“ ins Leben gerufen, ausgehend von der Erkenntnis, dass zwar rechte und populistische Narrative von sogenannter „Ausländerkriminalität“ und „steigender Kriminalität“ vorherrschen, die wahren Ungerechtigkeiten von Bestrafung und Kriminalisierung in Deutschland jedoch darin liegen, dass Menschen aus rassifizierten und migrantisierten Gruppen unverhältnismäßig stark von der Polizei kontrolliert werden und daher wegen Straftaten gegen sie ermittelt wird. Zudem erhalten diese Gruppen besonders harte Strafen.

Wir gehen davon aus, dass Kriminalisierung und Bestrafung nicht die zugrunde liegenden Ungerechtigkeiten beseitigen, Schaden wieder gut machen oder Verantwortlichkeit schaffen. Als Abolitionist*innen glauben wir, dass wir eine Welt ohne Polizei, Bestrafung und Gefängnisse schaffen können. Strafrechtliche Instrumente richten mehr Schaden an und tragen dazu bei, gesellschaftliche Ungleichheiten zu formen und zu verstärken.

Gerichtsbeobachtung: Solidarität mit Betroffenen und Beweis für systemischen Rassismus und Ungerechtigkeiten im Strafsystem

Aktivist*innengruppen (wie KOP in Berlin) dokumentieren seit Jahrzehnten die Auswirkungen von Racial Profiling auf migrantisierte und rassifizierte Gemeinschaften. KOP hat auch Projekte zur Beobachtung von Gerichtsverfahren initiiert und inspiriert, um systemischen Rassismus in Institutionen außerhalb der Polizei zu dokumentieren und ihm entgegenzuwirken, angefangen bei der Justiz bis hin zur Ausweitung der Analyse auf das gesamte Strafsystem. Dennoch hält sich hartnäckig das Narrativ, dass es in Deutschland keinen Rassismus und schon gar keinen Rassismus oder Voreingenommenheit in den Gerichten und im Rechtssystem gibt.

Durch das kollektive Beobachten und Dokumentieren von Strafprozessen der am häufigsten angeklagten Delikten, sogenannten „Massendelikten“, (einschließlich Diebstahl, Fahren ohne Fahrschein, Drogendelikte, strafrechtlich relevante Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und Betrug) zeichnen wir ein detailliertes Bild der systemischen Ungerechtigkeiten bei Bestrafung und Kriminalisierung in Deutschland. Wie in unseren Beobachtungen dargelegt, zeigen wir auf, dass das Strafsystem dazu dient, Armut zu kriminalisieren, Staatsgrenzen durchzusetzen und anderweitig bestehende Ungerechtigkeiten aufrechtzuerhalten.

Bei der Prozessbeobachtung geht es nicht nur um das Sammeln von Beweisen: Es geht darum, sich dem System zu widersetzen. Indem wir täglich gemeinsam vor Gericht erscheinen, verschieben wir das Machtverhältnis im Gerichtssaal, solidarisieren uns mit kriminalisierten Menschen und schaffen unser eigene Darstellung davon, wie Bestrafung in Deutschland aussieht. Wir hoffen, dass diese Darstellung gängigen Narrativen entgegenwirkt und zu konkreten Veränderungen führt.

Gemeinsam organisieren: Die Kampagne Racism on Trial

Gerichtsbeobachtung ist ein Mittel, um dem System Widerstand zu leisten. Wir sammeln Beweise und schärfen unsere Analyse; schaffen Gegennarrative; stehen solidarisch an der Seite kriminalisierter Menschen; organisieren uns und vieles mehr. Wir wollen dazu beitragen, Prozessbeobachtung als aktivistisches Werkzeug bundesweit zugänglich zu machen und damit die Entwicklung nicht-reformistischer Reformen im Strafsystem sowie verschiedene Formen gegenseitiger Hilfe mit Betroffenen zu stärken. Erfahren Sie hier mehr darüber, warum wir Strafgerichte beobachten und welche Forderungen wir an Politiker*innen stellen.

Das Team

Racism on Trial ist ein Projekt von Justice Collective, einschließlich seiner Mitarbeiter*innen, seines Beirats und weiterer Aktivist*innen im Courtwatching-Kollektiv (Melde dich bei uns!). Viele, viele Menschen haben unzählige Stunden investiert, um Strafprozesse zu beobachten und zu dokumentieren, sich auszutauschen und eine Gemeinschaft aufzubauen, Ressourcen für andere zu schaffen, die sich dieser Arbeit anschließen möchten, Menschen zu unterstützen, die von diesen Systemen betroffen sind, und vieles mehr.

Die Gerichtsbeobachtung von Justice Collective begann als Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Nicole Bögelein und Dyana Rezene an der Universität zu Köln und wurde vom BMBF finanziert. Aino Korvensyrjä beobachtete im ersten Jahr dieses Projekts Strafprozesse mit Justice Collective, und viele der im Archiv enthaltenen Fallanalysen wurden auf der Grundlage dieser Bemühungen entwickelt. Wir danken Aino für diese Arbeit.

Logo des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Mach mit!

Melde dich, wenn du Interesse an Prozessbeobachtung hast und dich für Veränderungen einsetzen möchtest oder wenn du Informationen oder solidarische Prozessbeobachtung für deinen eigenen Fall suchst. Niemand sollte vor Gericht allein gelassen werden.

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